Nachrichten und Berichte aus Indien

31.05.2017: League for Social Justice fordert Regierung des Bundestaates Tamil Nadu, Indien auf moderne Sklaverei in Spinnereien zu beenden

Ministeriumsbesuch. Foto: © READMinisteriumsbesuch. Foto: © READIn den Spinnereien des indischen Bundesstaates Tamil Nadu müssen junge Mädchen schwerste Arbeit im Schichtsystem für einen Hungerlohn verrichten. Vermittler locken die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren in die Spinnereien, damit sie dort drei Jahre zu niedrigstem Lohn arbeiten, um am Ende eine Summe zu erhalten, die ihre Mitgift darstellen soll. Sie werden in überbelegten und schlecht ausgestatteten Schlafbaracken wie in Gefangenschaft gehalten. Angeworben werden sie aus armen Familien der unteren Kasten. FEMNET hat zu diesem Thema bereits einiges an Informations- und Kampagnenarbeit geleistet und in 2016 gemeinsam mit der indischen Nichtregierungsorganisation (NRO) READ ein Projekt gestartet, um diese moderne Form der Sklaverei zu bekämpfen.

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15.05.2017: FEMNETs Partnerorganisationen Munnade/GLU in Bangalore/Indien fordern erhöhten Mindestlohn und besseren Schutz vor Belästigung am Arbeitsplatz

Munnade/GLU Demonstration am 01.05.2017. Foto: © MunnadeMunnade/GLU Demonstration am 01.05.2017.
Foto: © Munnade
Auch 2017 hat die Frauenrechtsorganisation Munnade zusammen mit ihrem gewerkschaftlichen Arm, der Garment Labour Union (GLU) am 1. Mai Arbeiter_innen aus der Bekleidungsindustrie zusammengebracht, um für die Umsetzung von Arbeitsrechten zu demonstrieren. Mehr als 3.500 Arbeiterinnen waren gekommen, um sich für faire Entlohnung und die Umsetzung von Arbeitsrecht einzusetzen.

Die Gewerkschaften forderten auch die Umsetzung aktiver und funktionaler Fabrikkomitees zur Bekämpfung von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Das entsprechende Gesetz wurde 2013 verabschiedet und sieht vor, dass alle Arbeitgeber mit mehr als zehn Beschäftigten effektive Mechanismen zur Vorbeugung von sexueller Belästigung und zur Bearbeitung von Beschwerden einrichten müssen. Die Vorgaben werden jedoch nur von wenigen Arbeitgebern umgesetzt. Sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte ist noch immer in vielen Fabriken an der Tagesordnung.

FEMNET-Vorsitzende besucht Partnerorganisationen in Indien

Im Anschluss an die offizielle Mission in Tamil Nadu im Rahmen des Textilbündnisses besuchte Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, am 10. November 2016 die Partnerorganisation Munnade. Die Frauen berichteten über die Arbeit der Organisation und der von ihr gegründeten Gewerkschaft GLU, die ausschließlich von Frauen geleitet wird.

Munnade Besuch 10. Nov 2016. Foto: © FEMNET e.V.Munnade Besuch 10. Nov 2016. Foto: © FEMNET e.V.

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24.11.2016: Auf Prüfmission in Indien

Mitglieder des Textilbündnisses reisten vom 5. bis zum 9. November 2016 nach Tamil Nadu, um eine mögliche Initiative zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Spinnereien und Fabriken auszuloten.

Der Impuls kam aus Indien von 16 Nichtregierungsorganisationen und drei Spinnereien. FEMNET hat den Vorschlag mit Unterstützung der deutschen Clean Clothes Campaign, der Kampagne für Saubere Kleidung, ins Textilbündnis eingebracht. Ziel ist, die Sklavenarbeit von jungen Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren abzuschaffen und die Arbeitsbedingungen in den Spinnereien und Fabriken im Bundesstaat Tamil Nadu zu verbessern.

Tamil Nadu Mission Nov 2016Tamil Nadu Mission Nov 2016. Foto: © FEMNET/Gisela Burckhardt

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26.06.2016: Bangalore, Indien: Eine von sieben Textilarbeiterinnen erlebt sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz

FEMNET-Partnerorganisation Munnade veröffentlicht schockierenden Bericht

Titelblatt: SFC Munnade Women At WorkRund 500.000 Menschen arbeiten in Bangalores Bekleidungsindustrie, etwa zwei Drittel davon Frauen. Viele der etwa 1200 Fabriken produzieren auch für multinationale Unternehmen. Dass die Arbeitsbedingungen dort meist sehr schlecht sind und Arbeitsrechte häufig ignoriert werden, ist mittlerweile auch in den Ländern Europas angekommen, für die ein Großteil der Kleidung produziert wird.

Der im 25. Juni 2016 erschienene Bericht unserer Partnerorganisation Munnade in Zusammenarbeit mit der britischen NGO Sisters for Change zeigt jedoch erstmalig das ganze katastrophale Ausmaß der Misshandlungen.

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03.05.2016: Mehr als 100.000 Textilarbeiter_innen protestieren gegen Änderung der Rentenversicherung – mit Erfolg

Proteste von Frauen in Bangalore/Indien stoppen nationale Gesetzesänderung

Tag der Arbeit. Foto:  © Sanjita Majumder/CividepDemonstrationen am Tag der Arbeit in Bangalore.
Foto: © Sanjita Majumder/Cividep
Anlass war die geplante Änderung des sogenannten Employees’ Provident Fund. Der Provident Fund (PF) ist eine Vorsorgeversicherung für Arbeiter_Innen, die aus zwei Kompontenten besteht: 12% des Gehaltes wird von seiten der Arbeiter_innen gezahlt und 12% vom Arbeitgeber. Nach zehn Jahren Beschäftigung stand den Arbeiter_innen die Summe in Form einer Rentenzahlung zur Verfügung, wenn sich diese nicht (mehr) in einer Anstellung befanden.

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03.09.2015: GLU (Garment Labour Union) führt den Streik gegen die umstrittenen vom Staat geplanten Arbeitsreformen an

GLU Demo 2015Der 2. September 2015 geht als Meilenstein in der Geschichte der GLU ein. An diesem Tag gelang es der GLU zusammen mit der Central Union Organisation, 25.000 Frauen für den All India Generalstreik zu mobilisieren. In nur wenigen Tagen wurden Treffen einberufen, ein Aktionsplan erstellt, 500 Plakate über Nacht gedruckt und von den GLU-Mitgliedern im Peenya-Industriegebiet verteilt.

Die Plakate enthielten folgende Forderungen:

  • keine Verschlechterung des bestehenden Arbeitsrechtes
  • gleiche Löhne für gleichwertige Arbeit
  • Heraufsetzung des Mindestlohns auf 15.000 Rupien (entspricht ca. 205 Euro) monatlich
  • Erhöhung der Rente auf 3.000 Rupien (entspricht ca. 41 Euro) monatlich
  • keine Schuldknechtschaft
  • keine Preiserhöhungen

Die Kundgebung fand im Peenya-Industriegebiet in Bangalore statt, wo vornehmlich die Textilproduktion ansässig ist. Im Anschluss tauschten sich die Streikparteien im Rahmen eines öffentlichen Meetings über ihre Forderungen aus.

Reisebericht Indien vom 23. bis 30.08.2015 von Gisela Burckhardt

Allgemeine Eindrücke: Bunt, jung und vibrierend

Wie immer bin ich zunächst fasziniert vom Vibrieren dieser Gesellschaft. Es ist ein Wuseln und Hupen, viel Krach um einen herum, viel Leben, große Leuchtreklamen, bunte Gewänder der Frauen und vor allem viel Jugend. Man sieht kaum ältere Menschen auf den Straßen und merkt, wie alt unsere Gesellschaft in Europa ist. Das Wetter ist angenehm warm und nicht zu heiß um diese Jahreszeit, manchmal war mir sogar kühl, vor allem im eisgekühlten Zug. Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass die Bekleidungsgeschäfte in der Innenstadt vor allem Männerkleidung zeigen, zumindest im Eingangsbereich und erst im Untergeschoss die Damenkleidung – das ist doch interessant! Denn hier kaufen vor allem die Männer ein, oft auch für ihre Frauen...

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01.05.2015: Textilarbeiterinnen fordern in einem Referendum verbesserte Arbeitsbedingungen

1. Maidemo 2015 in Bangalore. Foto: © GLU1. Maidemo 2015 in Bangalore. Foto: © GLUAnlässlich des diesjährigen Maifeiertages organisierte die Garment Labour Union (GLU) eine Demonstration mit anschließender Kundgebung, zu der sich über 600 TextilarbeiterInnen aus 20 Fabriken, kommend aus ganz Bangalore City, zusammenschlossen.

Die GLU forderte ein 3-Punkte-Referendum hinsichtlich der aktuell bestehenden Arbeitsbedingungen:

  1. das derzeit bestehende Arbeitsrecht müsse sofort abgeschafft werden
  2. die Regierung solle einen Richtwert einführen, der gerechte Löhne für alle TextilarbeiterInnen gewährleistet
  3. die Textilindustrie müsse sich vermehrt dafür einsetzen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, welches frei von Belästigungen und Schikane ist.

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