12.05.2015: FEMNET und die Kampagne für Saubere Kleidung werfen HUGO BOSS einen Mangel an gesellschaftlicher Verantwortung vor

Hugo Boss JeansBonn. „Todschick – Edle Labels, billige Mode – unmenschlich produziert“: Das Buch von Gisela Burckhardt enthüllt, dass auch für teure Marken wie HUGO BOSS Textilarbeiterinnen in Bangladesch ausgebeutet werden. Während sich das Unternehmen mit fairen Produktionsstandards schmückt, sieht die Realität bei den Zulieferern anders aus: Überstunden, marode Fabriken und keine Gewerkschaften. Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, das Mitglied der Kampagne für Saubere Kleidung ist, hat die Aktionäre auf der Hauptversammlung von HUGO BOSS am 12. Mai in Stuttgart über ihre Rechercheergebnisse informiert.

So behauptet das Unternehmen in seinen Geschäftsberichten, seine Zulieferer zahlten angemessene Löhne, produzierten unter sicheren, gesunden Arbeitsbedingungen, verböten Diskriminierung und garantierten die Koalitionsfreiheit. Bei ihren Recherchen in Bangladesch bot sich Burckhardt allerdings ein ganz anderes Bild. So untersuchte sie zwei Zulieferer von HUGO BOSS und fand heraus:

  • Näherinnen mussten bis zu 15 Stunden am Tag arbeiten
  • Überstunden waren nicht freiwillig, sondern erzwungen
  • schriftliche Arbeitsverträge bildeten die Ausnahme
  • in keiner der Fabriken gab es eine frei gewählte Gewerkschaft
  • Teile einer Fabrik waren einsturzgefährdet

Sieht so verantwortungsvolles Handeln aus?

HUGO BOSS verweist bei Kritik in der Regel auf seine Kontrollen in den Fabriken. Burckhardt aber bemängelt: „20 Jahre Auditbusiness haben bisher nur die Prüfunternehmen bereichert, aber nicht die Arbeitsbedingungen verbessert. Die Qualität dieser Kontrollen ist höchst fragwürdig, wie zahlreiche Recherchen zeigen. Der Verweis auf Kontrollen ist eher beschämend, er täuscht die Öffentlichkeit und auch die Aktionäre.“

Dem Gebäude- und Brandschutzabkommen ACCORD, in dem sich bereits rund 200 Unternehmen für Sicherheit stark machen, ist HUGO BOSS bislang nicht beigetreten. „Ganz offensichtlich sieht sich HUGO BOSS in keinerlei gesellschaftlicher Verantwortung“, zieht Burckhardt Fazit.

Der Dachverband der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre unterstützte den Gegenantrag von Gisela Burckhardt.

Kontakt:

  • Gisela Burckhardt, FEMNET, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. 01520-1774080
  • Markus Dufner, Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Tel. 0221-599 56 47, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!www.kritischeaktionaere.de
  • Gegenantrag von Dr. Gisela Burckhardt

 

Update 17.06.2015

Plattform Business & Human Rights hat Hugo Boss um eine Stellungnahme zu den von Gisela Burckhardt geäußerten Vorwürfen gebeten und ihr dann wiederum die Gelegenheit gegeben darauf zu antworten.

Beide Statements finden Sie auf der Homepage von Business & Human Rights.

 

Fotos von der Hauptversammlung am 12.05.2015

Gisela Burckhardt während Ihrer Rede auf der Hauptversammlung in Stuttgart am 12.05.15. Foto: © FEMNET e.V.Gisela Burckhardt während Ihrer Rede auf der Hauptversammlung in Stuttgart am 12.05.15.
Foto: © FEMNET e.V.

Gisela Burckhardt während Ihrer Rede auf der Hauptversammlung in Stuttgart am 12.05.15. Foto: © FEMNET e.V.

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