Kitaprojekt mit CIVIDEP

Cividep ist eine im Jahr 2000 registrierte gemeinnützige NRO. Cividep klärt Arbeiter_innen über ihre Rechte auf und führt Studien zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronik-, Textil- und Lederindustrie durch. Cividep führt Bildungs- und Advocacy-Maßnahmen, Forschungsprojekte sowie Kampagnen durch, um Unternehmensverantwortung sicherzustellen und unterstützt Arbeiter_innen dabei, ihre Arbeitsrechte durchzusetzen. FEMNET unterstützt Cividep bei der Schaffung von Kinderkrippen in Textilfabriken. Diese sind gesetzlich vorgeschrieben, die Frauen bringen aber ihre Kinder nicht in die Krippen, weil sie dort sehr schlecht betreut werden. Dies soll durch ein vom BMZ unterstütztes Projekt nun strategisch neu angegangen werden.

 

Aktuelle Nachrichten:

Qualifizierte, kindgerechte Betreuung für die Kinder von Textilfabrikarbeiterinnen in Bangalore, Südindien

- ein Projekt von FEMNET e.V. und Cividep (Bangalore, Indien)

Der Hintergrund

Textilarbeiterinnen in Indien. Foto: © CividepTextilarbeiterinnen in Indien. Foto: © CividepMit ca. 1.200 Bekleidungsfabriken zählt Bangalore heute zu einem der Zentren für die Bekleidungsindustrie in Indien. Obwohl Kinderbetreuung in Textilfabriken vorgeschrieben ist, gibt es sie dennoch entweder gar nicht oder es gibt zu wenig qualifiziertes Personal für adäquat ausgestattete Betreuungsplätze. Die Näherinnen arbeiten lange, ihre Kleinkinder sind deshalb häufig bei Großeltern oder unbeaufsichtigt.

Unsere Partnerorganisation

Cividep ist eine im Jahr 2000 gegründete, anerkannte gemeinnützige NRO, die sich für Menschen- und Arbeitsrechte stark macht. Sie klärt Frauen über ihre Rechte auf, führt Trainings durch, unterstützt sie juristisch bei der Durchsetzung dieser Rechte und in vielfältigen anderen Fragen. Sie führt Kampagnen und Protestaktionen durch und leistet mit Studien- und Forschungsprojekten einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung eklatanter Missstände.

Die Projektziele

Befragung der Textilarbeiterinnen. Foto: © Cividep Befragung der Textilarbeiterinnen. Foto: © Cividep Zusammen mit Cividep realisiert FEMNET mit einem ersten Pilotprojekt ein Musterbeispiel für qualifizierte Krippen, das zur „Blaupause“ für andere Firmen werden kann. Mit diesem Projekt wollen wir einkaufende Unternehmen wie H&M und C&A auffordern, ihre Produzenten in die Pflicht zu nehmen, gute Betreuungsangebote für die Kleinkinder zu schaffen.  

Die Ziele des Pilotprojektes im 1. Jahr:

  • Durchführung einer Bedarfsanalyse (Baseline-Studie), die internationale Markenhersteller über die Situation der Kinderbetreuung informiert, sie auf ihre Vorsorgepflicht hinweist und sie auffordert, dafür zu sorgen, dass ihre Hersteller in Bangalore Ein­richtungen für frühkindliche Bildung und Betreuung gemäß den gesetzlichen Vorgaben etablieren
  • Sicherstellung qualitativ guter Betreuungseinrichtungen für ca. 160 Kinder unter sechs Jahren von Arbeiterinnen aus vier Fabriken, Produzenten von C&A und H&M, gemäß den Standards von UNICEF
  • Information des Fabrikmanagements und der Einkäufer
  • Einführungskurse von 2 Tagen für Kindergartenpersonal der Fabriken
  • Intensive Trainingskurse von bis zu 2 Jahren für das Kindergartenpersonal
  • Trainings von Gewerkschaftsmitarbeiter_innen über die Rechte von Frauen auf betreute Kindergartenplätze

Rückblick und Ausblick

Teilnehmer_innen des Multi-Stakeholder-Workshops von Cividep. Foto: © CividepTeilnehmer_innen des Multi-Stakeholder-Workshops von Cividep. Foto: © CividepDie Baseline-Studie wurde erstellt und ins Deutsche übersetzt und C&A und H&M zugeschickt. Cividep hat Näherinnen zur Betreuungsqualität befragt sowie zahlreiche Fabrikmanager und Vertreter_innen von Modeunternehmen (darunter H&M, C&A oder s.oliver) zu Workshops ein­geladen, um Lösungen für die Schaffung adäquater Betreuungsplätze zu finden. Ein Unternehmen ist bereit, alle seine Kindergärtnerinnen intensiv fortbilden zu lassen. Andere haben ihr Personal zu einem Orientierungskurs geschickt.

Die Finanzierung

Das Projekt befindet sich in einer Pilotphase mit einer Teil-Förderung durch das Bundesministerium für wirt­schaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die ersten Maßnahmen waren sehr erfolgreich und wir hoffen, das Projekt für die nächsten zwei Jahre weiterführen zu können.

Wir benötigen dringend Spenden, um die Fortführung zu gewährleisten und einen wichtigen Verbesserungs­prozess für die Betreuung von Kleinkindern der Textilarbeiterinnen in Gang zu setzen. Indem wir Kindern von Anfang an Entfaltung, Erziehung und Bildung einräumen, bieten wir Ihnen bessere Voraussetzungen, den Teufelskreis aus Armut und Ausbeutung durchbrechen zu können.

 

Januar 2016


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