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Das Bündnis für nachhaltige Textilien

Hungerlöhne, Überstunden, Unterdrückung – seit Langem sind die Menschenrechtsverletzungen in der Bekleidungsindustrie bekannt. In Billiglohnländern wie Bangladesch, Kambodscha und Indien nähen die hauptsächlich weiblichen Beschäftigten im Akkord Hosen, Hemden und Jacken für den Weltmarkt – oftmals unter lebensgefährlichen Bedingungen. Nach dem Einsturz des Rana-Plaza-Fabrikkomplexes in Bangladesch und den Brandkatastrophen in den Fabriken Tazreen, Bangladesch und Ali Enterprises, Pakistan hat auch die Politik erkannt, dass sie etwas gegen die Ausbeutung von Mensch und Natur unternehmen muss, und das Bündnis für nachhaltige Textilien gegründet.

Dieses Bündnis setzt auf die Selbstverpflichtung von Mitgliedsunternehmen. Nachdem zuerst nur wenige Vorreiterunternehmen beigetreten sind, folgte im Juni 2015 der breite Beitritt der Wirtschaft - die Mitglieder des Bündnisses sind im Moment für ca. 50% der in Deutschland gehandelten Textilien verantwortlich.

Das Bündnis will Wirkung über drei Säulen entfalten:

Zuerst steht die individuelle Verantwortung jedes Mitglieds. Hierfür muss jedes Mitglied ab 2018 verpflichtend eine Roadmap veröffentlichen und dort Ziele zu vorher festgelegten Fragestellungen in den Bereichen Sozialstandards und existenzsichernde Löhne, Chemikalien und Umweltstandards sowie Naturfasern setzen. Ab 2019 ist auch die Veröffentlichung der Fortschrittsberichte, in denen die Erreichung der Zielsetzungen dargestellt wird, verpflichtend. Die Roadmaps und Fortschrittsberichte der Mitglieder können unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.textilbuendnis.com/wer-wir-sind/mitglieder/

Zweitens werden durch das Textilbündnis gemeinsame Initiativen, sogenannte Bündnisinitiativen, durchgeführt. Die Annahme dahinter ist, dass viele Problemstellungen in den Lieferketten gemeinsam effektiver angegangen werden können.

Zuletzt stellt das Textilbündnis auch eine Lernplattform für die Mitglieder dar.

Zivilgesellschaftliche Organisationen

Inzwischen sind 21 Nichtregierungsorganisationen Mitglied des Bündnisses für nachhaltige Textilien. Die Nichtregierungsorganisationen arbeiten in den Arbeitsgruppen des Bündnisses mit und werden durch Vertreter_innen von FEMNET e.V., INKOTA-netzwerk e.V. und dem SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene im Steuerungskreis vertreten.

Mit unserer Arbeit engagieren wir uns dafür, dass im Bündnis anspruchsvolle Ziele definiert werden – für deren Erreichung sich die Unternehmen einsetzen müssen. Zentrale Forderungen sind Gewerkschaftsfreiheit und existenzsichernde Löhne entlang der gesamten textilen Lieferkette.

Liste der zivilgesellschaftlichen Mitglieder:

Was können Sie tun?

Unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie den Unternehmen deutlich machen, dass Sie die Zustände in der Textilproduktion nicht mittragen. Wenden Sie sich z.B. per Email an die Unternehmen und fordern Sie diese auf, für bessere Arbeitsbedingungen und weniger Umweltauswirkungen in ihren Lieferketten zu sorgen.

Koordination

Da die Unternehmen im Textilbündnis in der Überzahl sind, sich Berater wie Personal leisten können und eine starke Verhandlungsmacht haben, gibt es seit Mitte 2016 einen Koordinator der Zivilgesellschaft. Diese Position bündelt die Interessen der Nichtregierungsorganisationen, macht ihre Einschätzungen in der Öffentlichkeit hörbar, holt wissenschaftliche und juristische Expertise ein - und stärkt so ihre Position.

Auch entwicklungspolitisch steht das Textilbündnis für einen neuen Kurs: Ihm liegt die Annahme zu Grunde, dass die globalen Probleme sich nur gemeinsam lösen lassen – im Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft, vernetzt im Süden wie im Norden. Dieser Ansatz der "Multi-Akteurs-Partnerschaften" (MAP) ist der zentrale Leitsatz der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.