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Nurun Nahar (Jg. 1973)

Nurun Nahar. Foto: © Gisela BurckhardtNurun Nahar. Foto: © Gisela BurckhardtNuruns Vater starb, als sie noch ein Baby war. Sie ist die Mittlere von drei Mädchen. Vier Jahre lang ging sie zur Schule. Als ihre Mutter die Schuluniform und die Bücher nicht weiter bezahlen konnte, begann Nurun zu arbeiten. Zunächst machte sie Stickarbeiten zuhause, später begann sie in einer Textilfabrik zu arbeiten. Sie hatte keine Vorkenntnisse über das Nähen und lernte alles am Arbeitsplatz.

Um einen besseren Lohn zu bekommen, muss man in Bangladesch die Fabrik(en) wechseln, was sie auch tat. In der letzten Fabrik blieb sie jedoch neun Jahre lang. Dort wurde sie am Ende entlassen, weil sie die Arbeiterinnen organisierte, die gegen zu niedrige Bezahlung von Nachtschichten und zu späte Lohnauszahlungen protestierten.

Schon sehr früh kam sie in Kontakt mit der Gewerkschaft NGWF. Nach ihrer Entlassung arbeitete sie in weiteren sieben Fabriken und war zudem bei NGWF stundenweise angestellt.

2013 wurde sie von rund 400 Delegierten zur Vizepräsidentin von NGWF gewählt und begann als Vollzeitkraft für NGWF zu arbeiten.

Nurun ist nicht verheiratet und hat keine Kinder. Sie musste immer ihre Familie unterstützen. Seit ihre Schwester, mit der sie zusammenlebte, 2012 starb, lebt Nurun nun allein. Sie zahlt 4500 Taka (ca. 45 Euro) Miete für ihr Zimmer. Insgesamt gibt es dort, wo sie wohnt, vier Zimmer, in denen zwölf Menschen wohnen. Für jeweils zwei Zimmer gibt es einen Waschraum. Die gemeinsame Kochstelle befindet sich außerhalb. Ihr Lohn beträgt 9900 Taka (ca. 99 Euro), wovon sie also schon die Hälfte für die Miete aufwenden muss.