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Mim Salma Akter (Jg. 1990)

Mim Salma Akter. Foto: © Gisela BurckhardtMim Salma Akter. Foto: © Gisela BurckhardtSie ist das Dritte von vier Kindern und ging bis zur 5. Klasse zur Schule. Die älteren Geschwister gingen nicht in die Schule, weil die Familie zu arm war. Mit 13 Jahren begann sie als Druckerin in einer Textildruckerei zu arbeiten und hat seitdem in verschiedenen Fabriken gearbeitet. 2012 kam sie in Kontakt mit einer Gewerkschaft, wurde von dieser geschult und begann dann ihre Kolleginnen zu organisieren. Sie erreichte die Zulassung der Betriebsgewerkschaft. Das Fabrikmanagement drohte mit der Schließung der Fabrik und mit Prügel der Gewerkschaftsmitglieder. Von 900 Arbeiterinnen sind 500 gewerkschaftlich organisiert, zwölf Arbeiterinnen wurden in ein Komitee gewählt. Sieben von ihnen wurden mit Stöcken geschlagen, solange bis sie ohnmächtig wurden. Mithilfe der Fabrikleitung wurde eine „Gegengewerkschaft“ gegründet, um die bestehende Gewerkschaft zu bekämpfen.

Das Gebäude- und Brandschutzabkommen ACCORD sieht vor, dass Gewerkschaftsmitglieder an den Inspektionen teilnehmen können, wenn es eine Gewerkschaft in der Fabrik gibt. Die Fabrik widersetzte sich dem aber. Nach einer Besichtigung durch den ACCORD wurde eine Gewichtsreduzierung in einem Teil der Fabrik gefordert. Das Management folgte der Vorgabe, doch ein paar Tage später wurde wieder zu viel Gewicht gelagert. Mim zeigte dies dem ACCORD an, woraufhin neun Mitglieder der Gewerkschaft entlassen wurde. Mim und der Präsident der Gewerkschaft verweigerten die Einwilligung in die Entlassung und zogen vor Gericht. Das Verfahren ist noch offen, denn ein solcher Fall dauert mehrere Jahre, bis das Gericht sich damit befasst.

Derzeit verdient sie Mim nur 4000 Taka (ca. 40 Euro). Für das Zimmer, in dem sie mit anderen Frauen zusammenlebt, muss sie eine Miete von 3000 Taka (ca. 30 Euro) zahlen. Um überleben zu können, hat sie nun einen Kredit aufgenommen.