Studienergebnisse

Gewerkschaften setzen sich nicht ausreichend für die Gründung von Betreuungseinrichtungen und Umsetzung von Mutterschutzgesetzen ein, da ihnen da ihnen das Wissen und die entsprechenden Kompetenzen fehlen. Arbeiter_innen haben zwar das Recht, Gewerkschaften zu gründen (Trade Union Act 1926), aber die Fabrikleitungen sind rechtlich nicht gezwungen, einen Betriebsrat/Gewerkschaft innerhalb ihrer Geschäftsräume anzuerkennen. Dementsprechend gibt es nahezu keine Fabrikgewerkschaft für Textilarbeiter_innen in Bangalore. Das hindert Textilarbeiter_innen daran, ihre Arbeitsrechte mit Hilfe einer Gewerkschaft einzufordern, auch solche, die

Die Ergebnisse der Studie 2017 zeigen deutlich, dass unsere bisherige gemeinsame Arbeit Wirkung gezeigt hat: In allen der 20 untersuchten Fabriken gab es tatsächlich eine Krippe. Die Fabriken beliefern 10 große internationale Markenunternehmen: H&M, C&A, Levi's, Adidas, Marc O'Polo, Primark, Bestseller, Zalando (Zlabels), Cecil GMBH und H.I.S. Textil. Dennoch bestehen viele der in früheren Studien aufgezeigten Probleme noch immer, u.a.:

  • Altersbeschränkungen in den Krippen schließen Säuglinge und Kinder über vier Jahren aus, sodass viele Frauen dennoch gezwungen sind, die Arbeit aufzugeben oder die Kinder aufgrund der fehlenden Betreuung entsprechend gefährdeter sind
  • Unangemessene Betreuung: mangelnde Ausstattung mit Spielzeug, Lernmaterialien, Nahrungsmitteln und qualifiziertem Personal
  • Mütter werden zum Teil von der Arbeit weggerufen, um Kinder zu wickeln o.ä.
  • Indäquate Umsetzung von Mutterschutz: 70% der Arbeiterinnen berichten, dass eine unbezahlte Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes trotz gesetzlicher Vorschrift kaum möglich war oder sie eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses befürchteten[1]
  • Inadäquate Umsetzung von medizinischer Versorgung schwangerer Arbeiterinnen: Der Großteil der Fabriken stellt Vor- und Nachsorge für Arbeiterinnen nicht zur Verfügung, obwohl diese Versorgung durch den Arbeitgeber gesetzlich vorgeschrieben ist

Die Bedarfsanalyse (Oktober 2015), die im Rahmen des Pilotprojektes 2015 erstellt wurde, liefert weitere Hintergrundinformationen zum Thema Kinderbetreuungssituation in indischen Textilfabriken:

Needs Assessment for Childcare Facilities in Bangalore's Garment Industry (Oktober 2015)

CIVIDEP Needs assesment Bangalore             Cover Bedarfsanalyse Bangalore

Download der englischen Fassung (PDF-Datei)      Download der deutschen Fassung (PDF-Datei)

 

 


[1]Gesetzlich hatten Arbeiterinnen in Indien bisher das Recht auf 12 Wochen bezahlten Mutterschutzes. Dies wurde im April 2017 auf 26 Wochen verlängert. Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen befürchten jedoch, dass schwangere Arbeiterinnen daher von Fabrikbesitzern und -management aus ihrer Anstellung gedrängt werden, um Kosten einzusparen.

 


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