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Unser Engagement

 

Projektaktivitäten 2019

2019 stehen die kleinen Kommunen im Mittelpunkt unserer Beratungsarbeit. Auftaktveranstaltungen zu Beschaffungsverfahren in Veitsbronn und Markkleeberg haben bereits stattgefunden, in diesem Jahr werden die weiteren Verfahren durchgeführt und abgeschlossen. Basierend auf diesen Erfahrungen wird im Laufe des Jahres ein Handbuch zur fairen öffentlichen Beschaffung in kleineren Kommunen entstehen. Darüber hinaus wird die Beratung der Stadt Mannheim, die einen Rahmenvertrag mit mehreren Ämtern für die Beschaffung von Dienst- und Schutzbekleidung, ausschreiben möchte, fortgeführt. Hier wird es neben dem schon stattgefundenen Nutzerworkshop noch einen Bieterdialog und einen Strategieworkshop geben. Der Strategieworkshop in Stuttgart wird diese Beratung abrunden.

Neben diesen ausführlichen Beratungen können wir weiterhin einmalige Schulungen für kleine und mittlere Kommunen anbieten. Zudem wird es eine neue Praxisbroschüre zur fairen Textilbeschaffung und Strategien zur Einführung eines fairen Beschaffungswesens erstellt.

Um das Thema der fairen öffentlichen Beschaffung weiter in die Breite tragen zu können, wird die Aus- und Weiterbildung von Multiplikator_innen auch in diesem Jahr fortgesetzt. Im Mai und September finden die Basisschulungen (PDF-Download) statt. Eine dritte Schulung im Oktober richtet sich an alle bisherigen Teilnehmer_innen unserer Schulungen.

Verwaltungsspezifische Ausbildungsstätten können weiterhin für Workshops auf uns zukommen.

Die Strategieworkshops mit den Steuerungsgruppen von Fairtrade-Towns (PDF-Download) werden in diesem Jahr intensiviert. 10 Kommunen werden wir im Laufe des Jahres besuchen, um mit den lokalen Akteur_innen der Fairtrade-Bewegung über konkrete Schritte zur Einführung öko-fair gehandelter Textilien im öffentlichen Sektor zu sprechen.

Bereits Ende 2018 haben wir in Kooperation mit unseren Partnern FTDES in Tunesien und CIVIDEP in Indien Studien zu den Arbeitsbedingungen in der Berufsbekleidungsindustrie durchgeführt. Die Ergebnisse werden in der ersten Jahreshälfte 2019 veröffentlicht. Im September werden wir das Thema bei einer Speakers Tour in verschiedenen Kommunen verstärkt in die Aufmerksamkeit bringen.

 

Projektaktivitäten 2018

2018 konnten in der Stadt Köln die Beschaffungsvorgänge von Bestatterschuhen und Dienst- und Schutzkleidung für das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen erfolgreich mit einem Strategieworkshop abgeschlossen werden. In Bonn wurde nochmals Dienst- und Schutzbekleidung fair beschafft und auch das Stuttgarter Beratungsprojekt zur Beschaffung von Dienstschuhen für mehrere Ämter befindet sich in der Endphase. In Mannheim begann der Beratungsprozess mit einem Nutzerworkshop. Mit Markkleeberg und Veitsbronn kamen in diesem Jahr zwei neue Projektpartner hinzu, womit wir unsere Arbeit auch auf kleinere Kommunen ausweiten.

Um Beschaffer_innen die Integration fairer Kriterien in ihre Beschaffungsvorgänge zu erleichtern, wurde zum Jahresende der von FEMNET in Auftrag gegebene Leitfaden „Möglichkeiten einer ökologisch und sozial nachhaltigen Beschaffung“ fertiggestellt.

2018 sind die Steuerungsgruppen von Fairtrade-Towns als Zielgruppe unserer Beratungsaktivitäten hinzugekommen. In Kooperation mit Transfair e.V. haben wir in Aurich, Saarbrücken, Güntersleben, Rostock und Hannover Strategieworkshops zur Umsetzung einer fairen Beschaffung von Textilien in der eigenen Kommune durchgeführt. Aus den Erfahrungen der ersten fünf Workshops ist die Broschüre „Fair einkaufen in Fairtrade-Towns“ (PDF-Download) entstanden.

Auch 2018 konnten wir uns über ein wachsendes Interesse von Kommunen an der fairen öffentlichen Beschaffung freuen. Um diese Beratungen anbieten zu können, haben wir die Aus- und Weiterbildung von Multiplikator_innen fortgesetzt und ausgebaut. Neben den beiden Basisschulungen wurde eine Aufbauschulung angeboten, in der wir das Digitale Ablauftool vorgestellt haben, das aus unserer Beratungsarbeit in Bonn entstanden ist und in Kürze in den Kompass Nachhaltigkeit integriert werden wird.

Um das Thema der fairen öffentlichen Beschaffung auch in verwaltungsspezifische Ausbildungsgänge zu integrieren, fanden 2018 erstmals Workshops an der Verwaltungsakademie Berlin und im Masterstudiengang Public Management der Hochschule Osnabrück statt.

 

Projektaktivitäten 2017

Die Erfahrungen der letzten Jahre möchten wir 2017 dazu nutzen, mit der Stadt Bonn alternative Nachweismethoden bei der Ausschreibung zu erarbeiten. Hintergrund ist nicht zuletzt die Novellierung des Tariftreue- und Vergabegesetzes für Nordrhein-Westfalen (TVgG NRW) im April 2017, das gewisse Schwachstellen ausräumt und neue Möglichkeiten bietet, aber auch weiterhin Gefahren birgt, die bei neuen Ausschreibungen beachtet werden müssen.

Mit der Stadt Köln haben wir zudem einen neuen Projektpartner, den wir auf dem Weg zur sozialen und umweltschonenden öffentlichen Beschaffung begleiten werden. Die erste Ausschreibung, Schuhe für das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen, wird bereits Mitte des 2017 erfolgen. Die Ergebnisse aus der Arbeit mit Bonn zu alternativen Nachweismöglichkeiten werden ebenfalls in diesen Vergabeprozess einfließen.

Als dritten Schwerpunkt werden wir in diesem Jahr verstärkt die Aus- und Weiterbildung von Multiplikator_innen vorantreiben. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Nachfrage nach kompetenten Beraterinnen und Beratern zur fairen öffentlichen Beschaffung gestiegen ist. FEMNET wird 2017 daher Multiplikator_innen aus ganz Deutschland schulen, die in den jeweiligen Regionen zur fairen Beschaffung arbeiten möchten – für eine breite Verankerung der fairen Beschaffung in der Bundesrepublik. Zudem soll das Thema auch an Ausbildungsstätten für Verwaltungskräfte herangetragen werden. Hierfür wird FEMNET gemeinsam mit Kooperationspartner_innen Module und Unterlagen zur Unterstützung der Lehrkräfte erarbeiten.

 

Projektaktivitäten 2016

Auch 2016 setzte FEMNET die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn fort. Das Amt für Stadtgrün wurde bei einer Ausschreibung begleitet. Zudem haben wir bisherige Erfahrungen zur Ausweitung des Projekts auf weitere Ämter genutzt und dabei wertvolle Erfahrungen gesammelt. Das Ergebnis der Ausschreibung war durchaus zufriedenstellend: Für alle Lose gab es mindestens vier Angebote, die den Anforderungen in allen Punkten entsprachen. Zudem hat das Ergebnis gezeigt, dass die Beschaffung fairer Kleidung nicht automatisch teurer sein muss. Der Preisunterschied lag bei weniger als 3,2 Prozent bei einem Auftragswert von 37.000 Euro. Im Ergebnis sind dies nur 1170,60 Euro – für qualitativ höherwertige Artikel! Denn neben Merkmalen wie Preis und Einhaltung sozialer Kriterien wurde die Beschaffenheit der Kleidungsstücke gemeinsam mit den künftigen Träger_innen geprüft. Diese achteten insbesondere auf Qualität, Tragekomfort, Verarbeitung und Ausstattung.

Die Zuschlagswertung von 45 Prozent Preis, 15 Prozent soziale Kriterien und 40 Prozent Beschaffenheit bewirkten, dass bei einem Angebot die sozialen Kriterien den Preis überboten haben und ein Zuschlag erteilt werden konnte. Somit wurden bei der Vergabe einerseits Bieter berücksichtigt, die durch glaubhafte Gütezeichen nachweisen konnten, dass sie die geforderten Sozialstandards einhalten, und andererseits solche, die sich verpflichtet haben, sogenannte zielführende Maßnahmen zu ergreifen. Als „zielführende Maßnahmen“ hat FEMNET in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn folgende Punkte definiert:

  • Verhaltenskodizies sowohl für das Unternehmen als auch für Sublieferant_innen
  • Sozialaudits
  • Offenlegung der Lieferkette gegenüber dem Auftraggeber

In den letzten Monaten des Jahres begleiteten wir mehrere Unternehmen auf ihrem Weg zu einer fairen Produktion. Die Ergebnisse rund um das Vergabeverfahren sind in der Broschüre „Schritt für Schritt – Ihr Weg zur fairen öffentlichen Beschaffung von Dienst und Schutzkleidung“ (PDF) zusammengefasst.

Zusammenarbeit mit dem Sport- und BäderamtZukünftige Träger der Arbeits- und Schutzkleidung der Stadt Bonn bei der Qualitätsmusterung der Waren. Foto: © FEMNET e.V.Zukünftige Träger der Arbeits- und Schutzkleidung der Stadt Bonn bei der Warenqualitätsmusterung. Foto: © FEMNET e.V.

Auch das Sport- und Bäderamt war 2016 am Projekt beteiligt. Zusammen mit den städtischen Mitarbeiter_innen wurden Beratungsgespräche geführt und Marktrecherchen zu fairen Alternativen vorbereitet. Im Ergebnis konnte das Amt faire Shorts für die Bademeister_innen sowie faire Bälle für mehrere Bonner Schulen bestellen. Auch an Schulen und in der Bonner Innenstadt wurden Informations- und Bildungsveranstaltungen organisiert. Mit Spiel, Spaß und sportlichem Wettbewerb wurden Grundwissen zum fairen Handel vermittelt und globale Wirkungszusammenhänge in der Textilproduktion erklärt. Je nach Zielgruppe bot FEMNET Vorträge oder Spielaktionen mit Quiz, Torschussspielen mit fair gehandelten Bällen sowie Plan- und Rollenspiele an.

Vernetzung und Ausweitung der Projektaktivitäten

Um die Vernetzung voranzutreiben hat die Projektreferentin Marie-Luise Lämmle an diversen Treffen und Konferenzen teilgenommen. So gab sie im April auf einem Treffen für Beschaffer_innen der Berufsfeuerwehr NRW einen Workshop zur fairen öffentlichen Beschaffung. Auch unsere Kooperationspartner beteiligten sich an den Vernetzungstreffen und Präsentationen.

 

Projektaktivitäten 2015

Faire Beschaffung Bieterdialog 2015. Foto: © FEMNET e.V. Faire Beschaffung Bieterdialog 2015. Foto: © FEMNET e.V.
 Protokoll des Bieterdialogs 2015 (PDF-Datei)

Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün, dem Lokalen Agenda Büro und dem Referat für Vergabedienste der Stadt Bonn begann mit einer Marktanalyse des Angebotes zur fairer Berufskleidung für das Amt für Stadtgrün. Es zeigte sich, dass es schon einige Anbieter_innen von Berufs- und Schutzbekleidung gibt, die sich bemühen, unter fairen Bedingungen produzieren zu lassen. Aufgrund vorrangig wirtschaftlicher Auswahlkriterien wirken sich diese Bemühungen jedoch häufig nachteilig für den Wettbewerb aus. Die Ausschreibungsunterlagen des Amtes wurden deshalb zugunsten sozialer Kriterien beim Einkauf von Berufsbekleidung überarbeitet. So kann sich künftig niemand mehr auf eine Ausschreibung bewerben, ohne etwa dafür zu sorgen, dass Überstunden in den Fabriken reduziert und Standards für Gesundheit, Umwelt und Sicherheit nachweislich eingehalten werden. Parallel wurden bisherige und potentielle Produzent_innen und Händler_innen über die neuen Vergaberechtlinien und Kriterien informiert. Vom gegenseitigen Austausch profitierte auch das Amt für Stadtgrün. Den Mitarbeiter_innen als künftigen Träger_innen der fairen Kleidung wurden die Gründe für die Umstellung der Beschaffungspraxis aufgezeigt und Spielräume zur Einbeziehung sozialer Kriterien erläutert.

Um sozial gerechte Beschaffung auch in der Öffentlichkeit bekannter zu machen, veranstaltete FEMNET eine Modenschau mit fairer Berufsbekleidung und sprach mit Bonner Bürger_innen über die Bedeutung des fairen Einkaufs. Außerdem suchten wir den Austausch mit Organisationen, die ebenfalls zum Thema arbeiten: So beteiligte sich FEMNET an einem umfassenden Fachforen- und Informationsprogramm auf der weltweit größten Fachkonferenz zum Thema „Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit“ in Düsseldorf und brachte Akteur_innen aus Organisationen mit Entscheidungsträger_innen kommunaler Vergabestellen und Unternehmen zusammen.

 

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