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18.07.2018: Köln beschafft fair: Ausschreibung für Arbeitsschuhe erfolgreich abgeschlossen

Foto Faire Beschaffung in Köln © FEMNET/Tobias WesselingNach den Arbeitsschuhen soll zukünftig auch Arbeitsbekleidung nach öko-fair beschafft werden. Foto: © FEMNET/Tobias WesselingSchutz vor Schmutz, aber schick genug für Trauerfeiern: Arbeitsschuhe von Friedhofsmitarbeitenden müssen ganz besondere Anforderungen erfüllen. Die Stadt Köln, Hauptstadt des fairen Handels 2017, folgt dem Bonner Beispiel und hat ihr Pilotprojekt zur öko-fairen Beschaffung erfolgreich abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit FEMNET beschaffte sie 250 Paar Arbeitsschuhe, die unter Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien produziert wurden.

Der Einkauf von Arbeitsschuhen ist für die öko-faire Vergabe eine Herausforderung: Im Gegensatz zum sonstigen Markt für Arbeits- und Schutzbekleidung spielen soziale und ökologische Kriterien in der globalen Schuhproduktion noch eine relativ kleine Rolle. Komplett „faire“ Schuhe gibt es derzeit noch nicht. Doch auch hier gibt es Hersteller, die mehr oder weniger stark auf die Rechte ihrer Arbeitnehmer_innen sowie auf Umweltauswirkungen achten.

Indem Einkäufer wie die Stadt Köln die Einhaltung bestimmter Kriterien einfordern und kontrollieren, können sie zur Entwicklung des Marktes beitragen. In diesem Fall waren die Angebotspreise so ähnlich, dass die öko-sozialen Kriterien den Unterschied gemacht haben: Den Zuschlag bekam das Unternehmen, welches sich schon am weitesten auf den Weg gemacht.

Zum Abschluss des zweijährigen Rahmenvertrags konnte auf die Erfahrungen aus den Bonner Ausschreibungen zurückgegriffen werden, die in der Broschüre „Schritt für Schritt“ nachzulesen sind. Um das wirtschaftlichste Angebot zur ermitteln, floss die soziale und ökologische Nachhaltigkeit mit starken 30 Prozent in die Bewertung ein, neben dem Preis (40 Prozent), der Qualität (20 Prozent) und der Lieferzeit (10 Prozent).

Je mehr Maßnahmen die Bieter zur glaubwürdigen Kontrolle der ILO-Kernarbeitsnormen nachweisen konnten, desto mehr Punkte konnten sie erzielen. Ihre Einhaltung war als besondere Ausführungsbedingung des Vertrags zwingend erforderlich, was in konventionellen Ausschreibung in der Regel nicht der Fall ist. Zusatzpunkte konnten Hersteller erzielen, wenn sie bspw. Angaben über ihre Produktionsstandorte machten, wie sie die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen kontrollieren und ob ein Verhaltenskodex für Zulieferer vorhanden ist.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts hat das Kölner Grünflächenamt nun direkt die nächste, deutlich größere Ausschreibung für ein breites Sortiment an Arbeits- und Schutzbekleidung veröffentlicht. FEMNET begleitet auch dieses Projekt. Bei einem Strategieworkshop mit Verwaltungsmitarbeitenden wird anschließend geprüft, wie öko-faire Beschaffungsverfahren zukünftig noch breiter verankert werden können. Die Arbeitsschuhe der Friedhofsmitarbeitenden setzen schon jetzt ein positives Zeichen dafür, dass sich der Aufwand gerade auch bei neuen Produktbereichen lohnt. Nachahmen erwünscht!


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