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05.06.2019: Streik in Äthiopien

Textilfabrik in Äthiopien. Foto: © Saskia WulfinghoffTextilfabrik in Äthiopien. Foto: © Saskia WulfinghoffSeit dem 7. März 2019 streiken Tausende von Textilarbeiter_innen immer wieder in Äthiopiens größtem Textilpark Hawassa. Die nicht organisierten Arbeiter_innen (Gewerkschaften sind im Hawassa Park verboten) verlangen höhere Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und Stopp gegen sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz.

Der Textilpark mit 52 Fabrikhallen wurde von der äthiopischen Regierung seit Juni 2017 für ausländische Inverstoren zur Verfügung gestellt. Unternehmen wie H&M und PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger), aber auch Produzenten aus Indien, China Sri Lanka u.a. Ländern lassen dort zu niedrigsten Löhnen produzieren. Der Park ist einer von fünf Parks, geplant sind bis 2015 insgesamt 30 Industrieparks von der Regierung. Derzeit liegt der Exporterlös aus der Bekleidungsproduktion aus allen Industrieparks in Äthiopien bei 145 Mio USD.

Im Hawassa Park arbeiten derzeit rund 25.000 Angestellte, die meisten Frauen, zu einem Lohn von nur 26 USD im Monat. Laut einer Studie des Äthiopischen Gewerkschaftsverbands Confederation of Ethiopian Trade Unions (CETU) benötigt eine Arbeiter_in aber mindestens 146 USD, um allein zu überleben, mit einer Familie liegt der Mindestlohn noch höher. In Äthiopien gibt es keinen staatlich festgelegten Mindestlohn und Arbeiter_innen dürfen sich nicht in Gewerkschaften organisieren.

Mehr Infos finden Sie im Blog des Gewerkschaftsdachverbands IndustriALL sowie im Bericht des NYU Stern Center for Business and Human Rights zur Lohnsituation in der äthiopischen Textil- und Bekleidungsproduktion

Der Bericht basiert auf Untersuchungen der Forscher in mehreren Fabriken im Hawassa Industrial Park in Äthiopien und zeigt die prekäre Lohnsituation äthiopischer Arbeiter_innen in der Bekleidungsproduktion auf. Der Bericht enthält auch Empfehlungen für die äthiopische Regierung wie auch für die im Land tätigen Bekleidungsunternehmen.