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Nachrichten aus Bangladesch

Kinderarbeit in Bangladesch – Eine Dokumentation des britischen Senders ITV zeigt verheerende Zustände in einigen Textilfabriken Bangladeschs

Zum ersten Mal gibt es direkte Aufnahmen von einem schlagenden Aufseher in einer Fabrik in Bangladesch. In einer Szene der Dokumentation des britischen Nachrichtensender ITV vom 06.02.2014 wird gezeigt, wie einer der Aufseher ein minderjähriges Mädchen ins Gesicht schlägt. Das junge Mädchen wird als „Nutte “ und „Tochter eines Schweins“ beschimpft. Die Dokumentation deckt weitere erschreckende Zustände auf: Notausgänge sind verschlossen, inakzeptable, überlange Arbeitszeiten, unregelmäßige Vergütung der Überstunden sowie überfüllte Produktionsräume.

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Die Opfer der Unglücke in Bangladesch warten noch immer auf Entschädigungszahlungen

Auch ein Jahr nach der Katastrophe geht der Kampf um Entschädigungen weiter

Am 24. November 2013 jährte sich der Brand in der Tazreen Fabrik in Bangladesch, bei dem vor einem Jahr 112 Menschen, vor allem Frauen, starben. Bis zu 300 Menschen wurden teilweise schwer verletzt. Angehörige und Überlebende warten auch ein Jahr nach der Katastrophe auf eine angemessene Entschädigung. Deutsche Firmen verhalten sich zu den Forderungen von Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen unzureichend.

Nur C&A, Karl Rieker, die spanische Firma El Corte Ingles und der in Hongkong sitzende Zwischenhändler Li & Fung haben bislang signalisiert, dass sie sich an der Entwicklung eines transparenten Entschädigungsprozesses für die Opfer beteiligen würden.

Ergebnisse der Verhandlungen über die Entschädigung der Opfer von Bangladeschs Textilfabriken sind enttäuschend 

Im September 2013 gab es ein vom internationalen Gewerkschaftsdachverband IndustriALL einberufenes Treffen für alle Unternehmen, die von den Unglücken bei Tazreen und Rana Plaza betroffen waren. Nur neun von 28 Unternehmen sind überhaupt erschienen. Es wurde ein Komitee gegründet, das eine Rahmenvereinbarung für die Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen der Opfer von Rana Plaza und Tazreen vorsieht. Dieses Abkommen haben bisher nur Primark, Loblaw, Bonmarché und El Corte Inglés unterzeichnet. Unterschrieben haben aber nicht die deutschen Unternehmen KiK, NKD, Adler, Güldenpfenning. Kids for Fashion und auch nicht der weltweit größte US-Einzelhändler Walmart.

Zusatz

FEMNET e.V. hat im Juli 2013 eine Spende von 5000,- Euro an die NGWF übergeben, die Geldspenden an 434 Opfer, darunter 297 Frauen, von Rana Plaza und Tazreen oder ihre Angehörigen ausgezahlt hat.

25.10.2013: Sechs Monate nach dem Einsturz von RANA PLAZA – Entschädigungszahlungen stehen noch immer aus

Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013Teilnehmer_innen am Sit in am 24.10.2013.
Foto © NGWF
Die Partnerorganisation NGWF in Bangladesch von FEMNET e.V. organisierte am 24.10.2013 um 10.30 Ortszeit, exakt ein halbes Jahr nach dem Fabrikeinsturz in Rana Plaza, Weisen, eine Mahnwache vor dem Unglücksort. Sie forderten sofortige Entschädigungszahlungen, angemessene Behandlungen und Sicherheit am Arbeitsplatz. Es nahmen ca. 100 Waisen und über 100 Verletzte sowie Angehörige von Todesopfern daran teil. Sprecher_innen sagten, dass von den 1500 Schwerverletzten noch immer über 100 in den Krankenhäusern Dhakas medizinisch behandelt werden. Viele von ihnen haben ihre Hände, Beine oder andere Körperteile verloren. In einer Erklärung versprachen damals die Regierung und BGMEA (Unternehmensverband) Entschädigungen innerhalb von drei Monaten zu zahlen, Notfallhilfe sowie Rehabilitation zu leisten. Doch bis heute ist kaum etwas geschehen.

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09.10.2013: FEMNET und Clean Clothes Campaign trauern um weitere Tote in Fabrik in Bangladesch

FabrikbrandgrafikAmsterdam. Die Clean Clothes Campaign (CCC) ist entsetzt über die Nachrichten eines erneuten Brands in einer Textilfabrik in Bangladesch, bei welchem zehn Arbeiter_innen zu Tode kamen.

  • Zehn Arbeiter_innen wurden getötet, über 50 Verletzte
  • Fabrik soll Geschäftsbeziehungen zu George (Asda/Walmart), Loblaws und Hudson Bay Company haben
  • Forderungen nach Intensivierung der Arbeit am Sicherheitsstandard und unverzügliche Entschädigungszahlungen für die Opfer

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28.09.2013: Stellungnahme des Näherinnengewerkschaftsbundes (GWTUC) in Bangladesch zum Kampf um einen neuen Mindestlohn

Viele Menschen in Bangladesch und in der ganzen Welt wissen durchaus über die Not der vier Millionen NäherInnen von Bangladesch Bescheid.

Seit langem fordern ArbeiterInnen faire Löhne. In der jüngsten Vergangenheit kam es im Bekleidungssektor zu großen Demonstrationen und Streiks, um den Forderungen nach höheren Löhnen und der Durchsetzung anderer Leistungen Nachdruck zu verleihen. Der NäherInnen-Gewerkschaftsbund fordert 8000 Taka Mindestlohn für NäherInnen und entsprechende Anstiege auch in höheren Gehaltsklassen mit sofortiger Wirkung.

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28.09.2013: Der Kampf um Mindestlohn in Bangladesch

Seit Samstag, 21. September 2013, beteiligten sich bis zu 200.000 NäherInnen an den größten Demonstrationen dieser Art in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka. Sie fordern eine Anhebung des Mindestlohns auf 8000 Taka (76,08 Euro).

Die Demonstrationen wurden nach dem ersten Wochenende fortgesetzt, etwa 2960 von 5000 Fabriken im Land mussten in dieser Zeit geschlossen bleiben. Die Demonstrationen waren eine Reaktion auf die laufenden Verhandlungen des Mindestlohngremiums, die im Juni 2013 angekündigt worden waren.

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13.09.2013: Bangladeschische ArbeiterInnen müssen weiter auf volle Entschädigung warten


Rana Plaza Piktogramm

Ergebnisse der Verhandlungen über die Entschädigung der Opfer von Bangladeschs Textilfabriken sind enttäuschend

Adler Modemärkte, Benetton, Mango, Inditex (Zara), NKD, Kids Fashion Group, Güldenpfennig und viele andere Unternehmen zeigen den Opfern der Unfälle bei Tazreen Fashions und Rana Plaza die kalte Schulter. C&A und KiK kamen jeweils nur einen Tag, obwohl sie in beiden Gebäuden haben produzieren lassen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung wird den öffentlichen Druck nun erhöhen, so dass den Opfern endlich Gerechtigkeit wiederfährt. Unterstützen Sie uns dabei!

Es waren schlussendlich elf Unternehmen die am 11. und 12. September in Genf über Entschädigungszahlungen an die Opfer von Tazreen ( 2 Unternehmen) und Rana Plaza (9 Unternehmen) verhandelten. Viele Firmen zogen sich aus der Verantwortung, und verweigerten die Teilnahme an den Verhandlungen. Sie zeigten den Familien der über 1.200 Toten und den rund 1.900 Verletzten, die für diese Unternehmen die Waren fertigten, die kalte Schulter.

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24.08.2013: 4 Monate nach der Katastrophe von Rana Plaza

FEMNET-Spendenuebergabe im Anschluß an die Menschenkette am 24.08.2013Angehörige der Todesopfer von Rana Plaza sowie überlebende Verletzte des Unglücks forderten gemeinsam mit der NGWF (Nationale Gewerkschaft der Bekleidungsindustrie) unverzügliche Entschädigungszahlungen und Hilfen für die Familien der Todesopfer sowie für die verletzten Arbeiter_innen. Außerdem soll die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleistet werden.

Weitere Forderungen lauten:

  • Angemessene medizinische Versorgung und Behandlung der verletzten Arbeiter_innen des Unglücks,
  • Entschädigungen für die Kinder verstorbener Arbeiter_innen und
  • die Bereitstellung sicherer Arbeitsverhältnisse in der Bekleidungsindustrie in Bangladesch.

Mit einer vor dem nationalen Pressegebäude geformten Menschenkette stellte Präsident Amirul Haque Amin mit Unterstützung weiterer Sprecher_innen der Gewerkschaft NGWF, wie u.a. der Generalsekretärin Safia Pervin, am 24. August 2013 die genannten Forderungen vor. Mehr als 100 Angehörige der Verletzten und Todesopfer, darunter auch Waisen, nahmen an der Kundgebung teil.

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24.07.2013: Drei Monate nach dem Einsturz des Hochhauses Rana Plaza

Protestaktion der NGWF am 24.07.2013 mit Waisen der Fabrikunglücke. Foto: © Gisela BurckhardtProtestaktion der NGWF am 24.07.2013 mit Waisen der Fabrikunglücke.
Foto: © Gisela Burckhardt
Im Juli 2013 reiste Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET, nach Bangladesch und traf dort VertreterInnen der Textilarbeitergewerkschaft NGWF, beteiligte sich an Protestaktionen, sprach mit Betroffenen und war bei der Ausgabe von FEMNET-Hilfsgeldern an die Opfer des Unglücks anwesend. Sie berichtet ausführlich zur aktuellen Situation in Bangladesch und den Entschädigungsverhandlungen.

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09.08.2013: Bericht von Gisela Burckhardt über ihren Aufenthalt in Bangladesch im Juli 2013

Rana Plaza

Das Hochhaus mit 5 Fabriken war am 24. April 2013 eingestürzt. 1243 Menschen konnten nur tot geborgen werden. Tausende Verletzte wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht, vielen waren Beine oder Arme amputiert worden, nur so konnten sie aus den Trümmern befreit werden.

Die offiziellen Zahlen der Regierung lauten:

1142 Tote
316 Vermisste
291 nicht Identifizierte
2.438 lebend Gerettete
363 Personen, die an Armen oder Beinen verletzt sind
205 Personen mit verletztem Rückgrat oder verletzter Hüfte
288 Personen mit mentalen Problemen

Der Unglücksort liegt in Savar, nördlich von Dhaka. Rana Plaza war ein relativ neu gebautes Hochhaus und sah von außen solide aus. Heute ist es eine Ruine, Teile der glitzernden Vorderfront stehen noch. Die Regierung von Bangladesch schloss nach dem Einsturz von Rana Plaza bisher acht Fabriken aufgrund von Mängeln an Gebäuden.

Die Gewerkschaft NGWF organisierte, drei Monate nach dem Unglück, am 24. Juli 2013, eine Kundgebung von ca. 200 (Halb)Waisenkindern mit ihren Verwandten, an der ich teilnahm. Ich konnte viele Betroffene – Waisenkinder und Verletzte – befragen.

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